Pyterlahti - Helsinki-Hansaterminal
Pyterlahti (alte Königsstraße, 3513) - Ravijoki - Klamila - Hamina
Entfernung: 36 km – Zeit: 2 Stunden 29 Minuten
Heute hatten wir einen langsamen Start. Wir wollten einfach dass das Zelt nicht wieder nass in seinen Sack kommt. Ich habe die Zeit genutzt und noch am Blog geschrieben und Fred hat noch mal Preiselbeeren mit Äpfeln gekocht. Gegen 10 Uhr fahren wir los und wieder sind sie da, diese kurzen steilen Berge. Wir kämpfen und schon nach ein paar Bergen ist die Luft wieder raus. Die Muskeln sind müde, selbst die Pausen zum Preiselbeerpflücken helfen nicht. In Klamila machen wir einen Stopp, kaufen ein und essen einen Happen. Weiter geht es nach Hamina. Es sind noch 18 km und im Normalfall kein Problem. Heute kosten uns diese 18 km all unsere Kraft. In Hamina angekommen (13 Uhr 30) gehen wir erst einmal in die Biblothek. Wollen sehen ob wir in Helsinki einen Couchsurfer haben. Haben wir nicht und so laden wir rasch noch die 2 vorbereiteten Tage hoch. Im Stadtpark essen wir etwas und dann gehen wir in die alte Stadt. Wir hatten uns das Kaufmannshaus-Museum ausgesucht und sind direkt dorthin gefahren. Gleich neben dem Eingang stand ein Hof offen, auf dem auch ein Stand mit alten Sachen aufgebaut war. Wir haben also unsere Fahrräder auf den Hof gestellt. Eine junge Frau kam auf uns zu und schaute uns verwundert an. Ihr und ihrem Mann gehört der Hof. Wir haben uns natürlich entschuldigt, aber Taru war so nett und meinte wir können die Fahrräder stehen lassen. Wir haben uns noch eine Weile unterhalten und uns die alte Backstube angesehen, bevor wir gerade noch rechtzeitig zum Museum gegangen sind. Wir hatten noch 10 Minuten, haben uns aber trotzdem im Kaufmannshaus und auf dem Hof gründlich umgesehen. Nach dem Museumsbesuch kehren wir auf den Hof von Taru und ihrem Mann zurück und werden von ihr zum Kaffee eingeladen. Wir unterhalten uns lange, trinken Kaffee und essen womit Taru den Tisch gefüllt hat. So vergeht einige Zeit und wir bekommen das Angebot bei ihnen zu schlafen und auch, dass sie uns den nächsten Tag mit nach Loviisa nehmen. In Loviisa findet seit 4 Jahren ein Fest statt, dass den traditionellen Holzhäusern und deren Rekonstruktion gewidmet ist. Taru und ihr Mann werden dort Baumaterial verkaufen und so einen Start in ein neues Geschäft versuchen. Nun haben wir Zeit noch einmal in die Stadt zu gehen, während die beiden die Autos packen. Hamina ist eine alte Garnisionsstadt und zeichnet sich durch ihre interessante Straßenführung aus und ihre schönen Holzhäuser aus. Zählt man den innersten Straßenring um das Rathaus hinzu, so werden die strahlenförmigen Straßen von drei Ringstraßen gekreuzt. Wir gehen noch in die alte Bastion und genießen den Abend.
29.08.2009
Hamina - Loviisa - 10 km hinter Loviisa
Entfernung: 10 km – Zeit: 38 Minuten
6 Uhr ist wecken und 7 Uhr 30 Abfahrt. Taru fährt mit uns in einem Transporter und ich beobachte die Schilder an der Straße und freue mich wie der Abstand zu Helsinki immer kürzer wird. Wir helfen beim Stand aufstellen und Auspacken. Schnell noch ein Foto bevor der Rummel los geht. Der Ford Baujahr 55, das Familienschmuckstück, muss natürlich mit aufs Bild.
Dabei kommen nicht nur Häuser, die fertig renoviert sind auf die Liste, auch solche die erst Instandgesetzt werden müssen. Wir sehen Häuser von Künstlern und prächtig eingerichtete. Wir können erleben, wie die Menschen in den alten Häusern leben und wie unterschiedlich das sein kann. Loviisa hat insgesamt eine schöne Altstadt und so vergeht der Tag wie im Flug. Gegen 17 Uhr sind wir zurück am Stand und lernen noch Wilhelm kennen. Wilhelm ist Ofesetzer und seit 23 Jahre in Finnland. Er hilft den beiden ihr Geschäft aufzubauen. Alle zusammen helfen wir dann die Sachen in den Autos verstauen. Taru ist zufrieden mit dem Tag und wir verabschieden uns. Wir fahren noch ein Stück raus aus der Stadt und stellen unser Zelt auf einer ungenutzten Koppel auf. Wir kochen noch und verziehen uns ins Zelt. Hoffentlich wecken uns morgen nicht die Kühe.
30.08.2009
Loviisa - Forsby - Ilola - Porvoo
Entfernung: 41 km – Zeit: 3 Stunden 28 Minuten
Wieder regnet es in der Nacht. Erst gegen 7 Uhr ist der Regen vorbei und wir stehen auf. Heute sind wir besonders schnell und so kommen wir schon 9 Uhr los. Wieder gibt es auf der Strecke unendlich viele Berge. Obwohl der Pausetag unseren Muskeln etwas Entspannung gebracht hat, fällt uns das Fahren nicht so leicht. Um 11 Uhr machen wir in Ilola eine kleine Pause. Ich klingle wiedermal an einem Haus und bitte um Wasser. Eine junge Frau macht auf und ich muss erst einmal unsere Geschichte erzählen. Die Leute hier sind so nett und wir haben so viele nette Erlebnisse gehabt. 12 Uhr 30 sind wir in Porvoo. An einer Tankstelle machen wir Mittag und fahren dann weiter in die Altstadt. Dabei entdecken wir, dass Fred hier eine Straße hat und müssen das natürlich im Bild festhalten. Wie wir später erfahren heißt Fred in schwedischer Sprache Frieden. Hier im Süden von Finnland gibt es eine finnisch und schwedisch sprechende Bevölkerung, deshalb sind die Orts- und Straßennamen in beiden Sprachen auf den Schildern. Das rührt noch aus der Zeit, da Finnland zu Schweden gehörte.
Kurz vor der Altstadt treffen wir auf einen Schotten und eine Finnin. Die beiden sind mit einem Kleinbus unterwegs und wir haben viel zu erzählen miteinander. Wir gehen zusammen zur Kirche und erleben dort eine finnische Hochzeit. Es ist doch spannend, da trifft man jemanden auf der Straße, fragt nach dem Weg und dann redet man 2 Stunden miteinander und kann nicht aufhören. Genau so ist es uns mit den beiden gegangen. Dabei wissen wir nicht mal ihre Namen und haben keine Kontaktdaten von ihnen. Wir fahren noch ein wenig in der wunderschönen Altstadt umher und genießen die Abendsonne, ehe wir zum Campingplatz fahren.
Den Tipp mit dem Campingplatz haben wir von einem Deutschen, der mit seiner finnischen Frau hier in der Stadt weilt. Der Campingplatz ist schon geschlossen und wir haben ihn ganz für uns allein. Alles funktioniert noch und so kochen wir uns unser Essen (Pilze, Bohnen, Couscous) auf dem Grillplatz. Später kommt ein finnisches Paar mit einem Hund den Weg entlang und wir bekommen einen ziemlichen Schreck. Auch das sind Gäste, die mit einem Wohnmobil hier über Nacht stehen. In der Küche kochen wir noch Kompott von den vielen Preiselbeeren, die wir unterwegs gesammelt haben.
31.08.2009
Porvoo - Hinthaara - Nickby - Nissbacker - Kuninkaanmäki (See)
Entfernung: 49 km – Zeit: 4 Stunden 16 Minuten
Wir haben schön geschlafen, geduscht und in der Küche gegessen. Als wir schon beim Einpacken sind kommt der finnische Mann mit dem Hund vorbei und grüßt ganz freundlich. Wir ernten noch schwarze Johannisbeeren und Pfifferlinge und fahren gerade noch rechtzeitig 9 Uhr 15 los. Im Laden war nun doch jemand, der uns wohl etwas verwundert hinterher geschaut hat. Wir bummeln noch ein wenig durch die Altstadt und entdecken dabei, dass es hier einen See gibt der meinen Namen trägt. Nun bin ich wieder ausgesöhnt. Fred hat seine Straße und ich meinen See. Hier ist er, der See der meinen Namen trägt ... oder ich seinen? Im Hintergrund die Kirche und die alte Wohnsiedlung.
Noch einen Blick zurück auf das Rathaus und die alten Holzhäuser von Porvoo, bevor wir uns noch auf dem alten Bahnhof umschauen, in dem jetzt ein Eisenwarenhandel, ein Polsterer und ein Ofensetzer untergebracht sind. In dem alten Lagerhaus befindet sich ein toller Krämerladen mit ökologischen Produkten und alten Sachen. Auch die Lokschuppen sind noch in Betrieb. Hier stehen noch zwei alte Dampfloks, die auch ab und zu Touristen wie in alten Zeiten durch das Land fahren. Unterwegs bricht die Schraube in meinem Fahrradständer ab und wir versuchen eine neue Schraube zu bekommen. Leider ohne Erfolg. An einer Tankstelle machen wir Mittag und fahren 15 Uhr 15 weiter. Eigentlich wollten wir heute noch bis zum Zeltplatz nahe des Fährhafens fahren, aber der aufgefrischte Wind macht dies unmöglich. wir kämpfen wie die Wilden und kommen doch kaum vorwärts. In Nickby gehen wir in einen kleinen Laden und kaufen noch ein wenig Brot ein. Wir sind nun schon an der Stadtgrenze von Helsinki. Die beiden älteren Herren in dem Laden sind sehr nett und so essen wir dort noch etwas und trinken einen Kaffee. Sie beschreiben uns den Weg zu dem angesteuerten See und so fahren wir guten Mutes die letzten 4 km des heutigen Tages. An dem See angekommen suchen wir uns einen Platz an einer Feuerstelle und stellen das Zelt erst einmal zum Trocknen auf. Wir treffen dort einen jungen Philipiner, mit dem wir uns bei unserem Abendbrot unterhalten. Da es schon spät ist bleibt uns nicht viel Zeit bis es dunkel wird und wir müssen uns beeilen.
01.09.2009
Kuninkaanmäki (See) - Straßen 140 und 170 - Helsinki-Hansaterminal
Entfernung: 34 km – Zeit: 2 Stunden 38 Minuten
Das ist nun unser letzter Tag in Skandinavien und die Reise endet wie sie angefangen hat. Wir werden als erstes in Deutschland unsere Kinder, Verwandten und Bekannten besuchen und Arzttermine erledigen. Aber erst einmal müssen wir noch bis zur Fähre kommen. Es ist immer noch windig, kühl aber trocken. Fred kocht noch die schwarzen Johannisbeeren mit Äpfeln und ich fange schon an die Sachen so zu sortieren, dass wir nicht alle Taschen mit in die Kabine der Fähre nehmen müssen. Auch die Pfifferlinge werden noch zubereitet und mit unserem letzten Brot verspeist. Um 10 Uhr kommen wir los. Wir fahren neben der 140 auf einem Radweg und halten immer wieder an um Preiselbeeren zu sammeln. Der Wind bremst uns noch mächtig und auch Nieselregen macht uns den letzten Tag schwer. An einer Tankstelle essen wir Mittag und fahren dann weiter. Wir fragen Passanten nach dem Weg und müssen feststellen, dass wir schon dicht am Hafen sind. Da nehmen wir uns noch ein bißchen Zeit und sammeln weiter Preiselbeeren. Die Beeren vom Morgen haben wir in Papptrinkbecher von der Tankstelle verstaut. 14 Uhr sind wir am Fährhafen. Irgendwie ist bei der Buchung einiges schief gelaufen. Auf der Seite Seetour24.de war ein Fehler bei der Ankunftszeit in Travemünde. Unsere gebuchten Fahrkarten hätten wir nicht nutzen können, wenn ... Aber die nette Dame hinter dem Schalter von Finnlines hat unsere Karten auf die frühere Fähre umgebucht. Dankeschön! Nun hatten wir also noch 1,5 Stunden Zeit um etwas zu essen zu kaufen. Also zurück zu dem Wohngebiet, wo wir die Preiselbeeren gepflückt haben und ab in den Supermarkt. Pünktlich 16 Uhr waren wir wieder da und auch beim check in. Wir sind auf unserer Spur ganz nach vorn gefahren und schon ging er los, der Konvoi zum Schiff. Nachdem wir unsere Fahrräder gut gesichert und die letzten Preiselbeeren in Pappbecher verstaut hatten, sind wir zu unseren Kabinen. Als ich in meine Frauenkabine gekommen bin, liegt doch da schon ein Mann im Bett. Ich also zurück zur Rezeption und gemeint: "Wenn schon ein Mann in meiner Kabine, dann bitte mein eigener!" - Was die Dame an der Rezeption auch verstanden und uns eine gemeinsame Kabine auf Deck 9 gegeben hat. Wir sind sofort in die Sauna und haben das genossen. Als ich wieder raus kam, war Fred schon angetrunken und auf dem Weg in eine russische Kabine wo er bei Wodka, Schinken und Brot den Abend eingeleutet hat. Ich habe noch ein paar Fotos von der auslaufenden Fähre gemacht und eben allein Skandinavien "Aufwiedersehen" gesagt. Wir sind beide ein wenig traurig. 4 Monate Skandinavien haben uns die Freiheit hier gelehrt, die wir vermissen werden.
Liebe Maren, lieber Fred,
habe gerade erst euren letzten Eintrag von der Faehre gelesen - auch mich ueberkommt eine gewisse Traurigkeit. Mit Spannung habe ich immer wieder eure Berichte gelesen - vielen Dank, dass ihr die Daheimgebliebenen gedanklich mitgenommen habt. Ich bewundere euere Tour, ziehe meinen nicht vorhandenen Hut zur Anerkennung und druecke euch ganz arg die Daumen, dass ihr die naechsten Schritte in die Normalitaet (falls es sowas ueberhaupt gibt, bzw geben soll) genauso meistert.
Viele Gruesse - "Nie-Allein!",
Euer Joerg (und der Rest der Schreitters)
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Danke lieber Jörg für deine Treue und die lieben Worte. Es war eine großartige Erfahrung für uns, die eigentlich nicht in Worten wiederzugeben ist. Ich verrate dir noch etwas neues. Wir werden im Oktober noch einmal aufbrechen. Diesmal werden wir eine Kombination Fahrrad und Zug wählen um Südeuropa unsicher zu machen. Liebe Grüße an Elfi und Jan
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