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So war unser Start - Teil 3


Der letzte Eintrag endet mit dem Silvesterabend bei Yvonne und Harald. Wir haben auch den Neujahrsmorgen noch bei den beiden verbracht und sind so gegen Mittag dann wieder los zu unseren Kartons und all dem Chaos. Fred hatte sich vorgenommen mit Lotta und der ganzen Sippe zu sprechen und einen Termin für ihren Auszug zu vereinbaren. Als wir aber in Rumma ankommen, trauen wir unseren Augen nicht. Lotta zieht aus! Gut - sehr gut!
 
Sie wartet schon auf uns - möchte unseren Hänger benutzen! Die Situation ist chaotisch! In Mülltüten verpackt schleppt sie, meist allein, ihre Sachen ins Auto. Die größeren Möbelstücke werden irgendwie auf den Hänger gepackt. Das Geschirr wandert in die Kartons, die wir gerade ausgepackt haben. Aber egal - sie zieht aus. Wir packen einen Karton nach dem anderen aus. Schön ist es Möbel auszupacken und sie an ihren neuen Platz zu stellen. Der Auszug von Lotta zieht sich ca. 1 Woche hin. Der Hund zieht gleich mit aus, die Katzen nach und nach. Smulor darf bleiben und wird nun zu unserer Hauskatze. Sie muss nun lernen, dass man nicht auf den Tisch geht und Futter aus einen Futternapf auf der Erde bekommt.

Wir lernen auch wieder Schwedisch und versuchen einen geregelten Tagesablauf zu gestalten. Wir sind froh endlich allein zu sein und unser neues Heim in Beschlag zu nehmen. Am 7. Januar ist dann wie zum Hohn auch noch unser CD-Laufwerk kaputt gegangen, so dass wir nicht mehr Schwedisch lernen konnten. Irgendwie wird unser Haus nicht warm und bei -20°C frieren wir, sobald wir uns hinsetzen. Nach einem Gespräch mit dem Makler kommen Lotta und Mike (ihr Bruder) nocheinmal vorbei und versuchen uns das Heizen beizubringen...

Der Heizungsmonteur war dann am 8. Januar da.
Der Beste hier in der Gegend, wie uns unser Makler versicherte. Göppa - der Heizungsmonteur - bestätigte Fred, dass seine Diagnose richtig war. Das Thermostat war kaputt. Und jetzt ist es wie in so einem Klamaukfilm. Die Kette geht so: Thermostat kaputt - Wasser muss zum wechseln des selben abgestellt werden - das entsprechende Ventil ist kaputt - Wasser geht nicht abzustellen - muss also abgelassen werden - wir hatten natürlich geheizt - draußen - 15 °C - Wasser läuft in den Keller mit Holz - und.... läuft nicht ab - Bodenentwässerung auch kaputt - Fred krämpelt die Ärmel hoch und geht mit seinem rechten Arm ins warme dreckige Wasser und versucht den Abfluss frei zubekommen. Leider schafft er das nicht und wir schöpfen später das Wasser ab. Auf Grund der Bauerei hat Fred ja immer kleine Schnitt-, Riss- und Schürfwunden. Da müssen sie dann rein gekommen sein - die Bakterien - Streptokokken sagen die Ärzte.

Am nächsten Tag ist der Arm leicht dick und schmerzt. Aber so ein Indianer kennt ja keinen Schmerz und baut erst noch eine Tür ein - bis es dann schlimmer wird und er beim Kaffee trinken anfängt zu frieren. Er fühlt sich so schlecht, dass er sich freiwillig hinlegt. Wer Fred kennt, weiß was das bedeutet. Der Arm wird zusehends dicker und das Fieberthermometer zeigt 38,4 °C an. Kein Grund zum Arzt zu gehen - nicht für Fred. Meine Unruhe steigt! Lotta kommt vorbei. Sie schaut sich den Arm an und meint es könnte eine Blutvergiftung sein. Jetzt bin ich vollends allarmiert. Ich schaue mir noch einmal den Arm an und sehe auch diese typische Linie. Das Fieberthermometer zeigt nun schon 39,5 °C an. Jetzt halte ich es nicht mehr aus. Fred kann sich kaum noch bewegen und es ist eine Tortur für ihn, jetzt ins Auto zu steigen. Zur Erinnerung - die Fahrertür ist immer noch kaputt. Ich bin bei dem Eis und Schnee lange nicht mehr gefahren und habe echte Bedenken. Fred kann sich kaum auf den Beinen halten. Ich rufe Lotta an und wir fahren los.

Wir haben 30 km zu überwinden. Ich rede die ganze Zeit auf Fred ein, weil ich extreme Angst habe, dass er ohnmächtig wird. In Västervik wartet Lotta auf uns und bringt uns zum Krankenhaus. Das Fieber ist nun bei 41°C. In der Rettungsstelle wird Fred Blut abgenommen und er bekommt sofort einen Tropf zur Stabilisierung. Fred weiß nicht mehr viel aus dieser Zeit. Er klappert wie verrückt und möchte immer wieder eine Decke. Aber das Fieber muss runter und so muss er nur mit einem T-Shirt und Jeans bekleidet ausharren. Er bekommt Antibiotika über den Tropf und wird auf ein Zimmer gebracht. Hier verabschiede ich mich so gegen 23 Uhr von ihm und fahre nach Haus, da er ja jetzt in guten Händen ist. Das war am 9. Januar. Am 10. (Sonntag) bin ich um 11 Uhr wieder im Krankenhaus. Zum Mittag muss ich ihn füttern, er kann sich kaum aufrichten - ist extrem schwach. Es geht ihm kein Deut besser. Der Arm ist dick wie ein Ballon. Ich mache mir große Sorgen. Die Antibiotika schlagen scheinbar gar nicht an. Schweren Herzens verlasse ich ihn wieder. Zu Haus angekommen ist auch noch die Haustür blockiert und ich muss einen Nachbarn um Hilfe bitten. Er bricht die Kellertür auf, damit ich ins Haus kann.

Ich laufe rum wie behämmert und rufe abends noch einmal im Krankenhaus an. Da sagt man mir, dass sie ihn auf die Intensivstation verlegt haben. Jetzt hält mich nichts mehr - ich fahre wieder ins Krankenhaus. Auch diesmal hilft mir Lotta, dass ich an den richtigen Platz komme. Ich höre, dass er gerade operiert wurde aber noch unter Narkose ist. Ich höre auch wie ernst es ist und dass es höchste Zeit war den Arm zu öffnen, um zu sehen was da drin los ist. Das Schlimme bei dieser Art von Infektion ist, dass man nicht weiß mit welchen Bakterien man es zu tun hat. Es werden also auf Verdacht ein oder mehrere Medikamente verabreicht. Als ich ihn wieder zu Gesicht bekomme, sieht er schlimm aus. Die Augen liegen tief und ich beschließe da zu bleiben. Nichts bringt mich mehr von ihm
weg. Ich wache also gemeinsam mit einer deutsch sprechenden Schwester die ganze Nacht bei ihm. So gegen 4 Uhr morgens schläft er endlich ein und fängt an zu schnarchen. Was für ein wohltuendes Geräusch! Jetzt kann auch ich, auf der Campingliege neben ihm, ein wenig schlafen. Ich wurde übrigens gut versorgt. Habe Kaffee und Essen bekommen wann immer ich wollte.

Jetzt geht es langsam wieder Berg auf. Ich verlasse ihn erst Nachmittags, als er wieder auf eine normale Station verlegt wird. Von nun an fahre ich jedenTag nach Västervik ins Krankenhaus. Am 12. war Göppa wieder da und hat die Heizung in Ordnung gebracht und mir gezeigt, wie ich einen optimalen Nutzen aus dem Heizungssystem ziehen kann. Fred lag eine Woche im Krankenhaus und hat auch reichlich Antibiotika bekommen - insgesamt 18 Tage erst intravenös dann als Tabletten. Jetzt ziert seinen rechten Unterarm eine 23 cm lange Narbe. Als er am 15. Januar wieder zu Haus war, fing es prompt an zu schneien. Fred konnte nicht gut zusehen, wie ich versucht habe alles auf die Reihe zu bringen und hat sich natürlich zu viel zugemutet. Dadurch gab es viele Nächte in denen wir schlecht geschlafen haben, weil er
im Schlaf vor Schmerzen geschrien hat.

Die nächsten Tage oder Wochen sind Schnee schieben und Kartons auspacken unsere Hauptbeschäftigung. Die Nachbarn sind toll und helfen uns wo es geht. Als Dank geben wir ihnen manchmal eine von den kleinen Schnapsflaschen (Klopfer), die wir aus Deutschland mitgebracht haben. Auch hier geht der Schnaps in die Beine und so braucht man also immer zwei!

Leider ist die Serie von Pech und Pannen noch nicht vorbei. Am 17. Januar stellen wir fest, dass im Wohnzimmer aus einer dicken Beule an der Decke Wasser tropft. Jetzt erzählen uns die Nachbarn dass es schon immer Probleme mit dem Dach gegeben hat. Am 18. Januar bekommen wir unser Telefon und am 19. wird endlich auch die Fahrertür vom Volvo repariert. Auch das Schloss in der Haustür konnte Fred wieder reparieren und so kehrt langsam so etwas wie Normalität ein.

Weiter geht es an dieser Stelle mit dem Eintrag "Angekommen in Schweden" den ihr als kontinuierliche Leser ja schon kennt.  


Der Frühling kommt!

Nun wird es aber Zeit, dass hier wieder ein Update erscheint. Wie immer ist bei uns viel los und so komme ich leider nicht so regelmäßig dazu im Blog zu schreiben. Das geht immer nur, wenn ich nicht garade Schnee schiebe, die Backstube einrichte, das Haus putze, die Buchhaltung erschaffe, Schwedisch lerne, Essen koche, Holz hole, emails beantworte oder bei irgendwelchen Behörden bin. Die Tage haben auch in Schweden nur 24 Stunden und die sind ausgefüllt bis an den Rand.  Außerdem strengt die körperliche Arbeit auch sehr an. Ich habe noch nie in meinem Leben so hart mit meinem Körper gearbeitet, wie jetzt. Trotzdem mag ich dieses neue Leben sehr - oder vielleicht gerade deshalb.

Wir arbeiten fieberhaft an unseren Gästezimmern und an der Eröffnung des Bed & Breakfast bis Ostern. In dem Zusammenhang waren wir in Västervik auf der Kommune. Neue Gesetze schreiben angeblich vor, das wir unsere vier Gästezimmer mit einer Feuersicherheit absichern müssen, wie ein großes Hotel. Ein Nachbar beschreibt die übertriebenen Forderungen so: "Hier in Schweden braucht man einen Gürtel und Hosenträger um die Hose zu halten!" Aber so viel Geld für Feuerschutztüren mit Selbstschließer und externer Feuertreppe können und wollen wir nicht bezahlen, deshalb muss uns wieder mal etwas einfallen. Aber das wird es - ist es ja immer. Das zweite Meeting letzten Freitag war dann auch schon viel positiver. Ende dieser Woche sollen wir Bescheid bekommen, ob wir nun den Bauantrag stellen können und die Genehmigung zum Betreiben eines Bed & Breakfast bekommen. Wir sind zuversichtlich und heben den kurzzeitig, selbst auferlegten, Baustopp schon mal wieder auf.

Seit gestern können wir es sehen - der Winter geht seinem Ende entgegen. Wir haben schon nicht mehr daran geglaubt. Bis zum Schluss hatten wir satt Schnee und haben immer wieder viele Kilo von Dach heruntergeholt. Trotz der harten Arbeit konnte ich beim Schnee schieben  immer noch dieses zarte Blau sehen, wie wir es zuletzt auf dem Gletscher gesehen haben. Dieser Schnee war so rein, dass es mich immer wieder begeistert hat.
Nun werden d
ie Tage wieder länger und das tut gut. Die Sonne scheint schon um 8 Uhr morgens in unsere Küche und ich denke immer wieder- wie schön muss das erst im Sommer sein. Als wir heute das Dach endgültig von seinen Schneemassen befreit haben, konnten wir sogar schon die Jacken ausziehen so warm war es in der Sonne. Leider hat das Tauwetter auch einen negativen Aspekt. Es tropft wieder in unserem Wohnzimmer. So bald das Wetter es zuläßt, müssen wir das Dach in diesem Bereich erneuern. 
 

Vor ein paar Tagen haben wir einfach mal die Kameras geschnappt und sind im Tal fotografieren gewesen. Wir wollten noch einmal
einiges in diesem Weiß einfangen. Unterwegs haben wir einen alten Mann getroffen und ich habe mich getraut und ein wenig Schwedisch mit ihm gesprochen. Ich glaube er hat mich verstanden.
Hier ein paar letzte Winterimpressionen aus unserem Tal.
  

Auch Frau Amsel wollen wir euch nicht vorenthalten. Sie hat das Futterhaus teilweisen heftig verteidigt und nur selten konnte ein anderer Vogel sich ein Körnchen "stehlen".


Am Donnerstag haben wir noch einmal Holz von einem Nachbarn bekommen. Nun haben wir es tatsächlich geschafft uns über die kalten Tage zu hangeln. Als wir unseren Anhänger zu Kalle fahren wollten, streikt auf einmal das Auto. Ich habe Claus zur Starthilfe
geholt, doch als wir zurück kamen standen schon zwei der Nachbarn da und haben diskutiert. Da habe ich die Situation gleich genutzt und sie auf schwedisch zu meinem ersten Backtag eingeladen. Am Sonnabend war es dann soweit. Früh um 4 Uhr hat der Wecker geklingelt. Schnell war ich in meinem gewohnten Rythmus wieder drin und alles lief wie am Schnürchen. Fred ist um 5 Uhr dazu gekommen und so waren wir auch pünktlich um 9 Uhr mit allem fertig. Das war auch gut so, denn wir hatten den Nachbarn gesagt dass sie ab 9 Uhr kommen können. Ein paar Minuten nach 9 Uhr standen auf einmal 9 Leute vor der Tür und wir waren zugegebener Weise etwas überfordert. Aber allen hat es gut gefallen und sie haben das Brot und auch den Kuchen sehr gelobt. Auch die Gelegenheit so zusammen zu sitzen ist sehr gut angekommen. Bis zum Abend hatten wir 15 Besucher und waren somit gut ausgelastet. Ich werde nun wieder jeden Freitag backen und freue mich darauf.

Heute kam Börja vorbei und hat uns das folgende Bild geschenkt. Wir freuen uns, das unsere Aktion so gut angekommen ist.


Die Unterschrift lautet: Nachbarn zu Besuch bei Maren und Fred - Wenn das kein Lob ist...


So war unser Start - Teil 2

Um es etwas abzukürzen möchte ich hier nicht jedes Haus beschreiben, was wir uns angesehen haben. Zum Schluss und das war dann schon Anfang Dezember, blieben 2 Häuser in der Endauswahl. Bei beiden Häusern war dieses kribbeln im Bauch. Das eine steht in Björkeby und das andere in Rumma. Hier ein Foto von dem Haus in Björkeby. Es ist ein altes Pfarrhaus, welches von Holländern renoviert und umgebaut wurde. Uns haben die großen hellen Räume so fasziniert, dass ich euch hier ein Bild davon zeigen möchte. Von außen sieht es eh langweilig aus, wie unser Schwiegersohn Jörg meint.

Auch Björkhyddan in Rumma hat große helle Räume. Deshalb war es nicht leicht sich zu entscheiden. Den Ausschlag hat am Ende der Standort mit seinen Möglichkeiten gegeben. Ja und die Größe des Hauses. Mit seinen 10 Zimmern und die Nähe zu Västervik und der Ostsee hat Björkhyddan das Rennen gewonnen. Damit fing alles an. Ab jetzt ist es wie im Film oder der Sendung "Pleiten, Pech und Pannen". Wir haben also den Holländern abgesagt und Lotta der Hausbesitzerin in Rumma am Montag den 30. November zugesagt. Dienstag sollten wir den Vertrag unterschreiben. Der Termin kam nicht zustande und Schweigen kehrte ein. Die Bank von Lotta hat Probleme gemacht und nun war plötzlich wieder alles offen. Eine Woche haben wir gezittert und dann gab es Montag, den 7. Dezember, grünes Licht.
Dienstag war der Termin mit der Bank - lange harte Diskussion - und vorher ein Besuch bei Lotta und nochmaliges in Augenschein nehmen. Ja wir wollen es! Freitag den 11. Dezember 2009 werden wir unterschreiben! Abends haben wir im Systembolaget eine Flasche Moltebeerlikör gekauft. Die haben wir dann noch geköpft.
Mittwoch sind wir nach Götheborg gefahren und haben eine Waschmaschine und einen Trockner für die Pferdedeckereinigung gekauft. Der Anstoß kam von Lotta und hat sich bei uns als Firmenidee festgesetzt. Die Maschinen haben wir gleich nach Rumma geschaft und an ihren neuen Platz gestellt. Wir haben im Untergeschoß eine Waschküche und einen Trockenraum.
Donnerstag haben wir alle unsere Sachen von dem gemieteten Haus in Kristdala nach Rumma geschafft und auch schon in Björkhyddan geschlafen. Wir hatten ja unsere Matratze von dem Gästebett schon mitgebracht. Freitag, den 11.12.2009, hatten wir gleich nach dem Frühstück Besuch. Ein Fotograf hat uns für einen Artikel in der "Västerviks Tidningen" abgelichtet. Am Nachmittag sollten dann zwei nette Damen folgen, die das Interview machen. (Hier der Link, leider nur in schwedisch:
Västerviks Tidningen)
Um 10 Uhr war der Termin in der Bank. 3 Stunden hat die ganze Prozedur gedauert, dann war das Haus unser. Am Morgen noch waren wir Gäste in Björkhyddan und nun war Lotta unser Gast. Am Nachmittag haben wir noch Winterreifen aufziehen lassen. Um 16 Uhr kamen dann die Damen von der Zeitung und haben neben dem Interview noch diese witzigen Fotos gemacht. Todmüde aber zufrieden sind wir ins Bett gefallen. Sonnabend gegen Mittag ging es los in Richtung Trelleborg. Im Schlepptau unseren Anhänger und eine Liste der zu erledigenden Dinge in Deutschland. Auf unserem Weg wurden wir von leichtem Schneefall begleitet und bekommen so einen Vorgeschmack auf den kommenden Winter.
Die Zeit in Deutschland fasse ich kurz zusammen. Natürlich haben wir unseren Umzug vorbereitet und abgesprochen. Auto und Anhänger voll wollten wir selbst mitnehmen und den Rest einer Umzugsfirma übergeben. Wir haben uns also gleich um unseren Teil gekümmert. Auf dem Rückweg
zu Freds Mutter, mit vollem Anhänger und Auto, hören wir komische Geräusche und müssen feststellen, dass die Winterreifen nicht passen. Man hat uns eine für diesen Volvo nicht zugelassene Größe montiert. Die hinteren Reifen haben nun bei voller Ladung am Radkasten geschliffen , und können erst in Schweden reklamiert werden. Bevor wir uns diesem Problem wieder widmen konnten, sind wir ohne Anhänger noch zu einer Hochzeit ins Erzgebirge gefahren. Gut ausbalanciert, der Anhänger hat das Auto ein Stück angehoben , ging es anschließend zum Weihnachtsfest nach Lüskow. Am 28. Dezember, früh um 4 Uhr 30, starteten wir zur Fähre nach Schweden. Haben extra mehr Zeit eingeplant, wegen unserer schwierigen Fuhre. Die Fähre fährt normaler Weise 7 Uhr 45. Nicht am 28. Dezember - da fährt sie nur 2 mal am Tag, 3 Uhr und 17 Uhr 45. Wir hatten also plötzlich 10 Stunden Zeit und es war kalt und wir waren müde. Den Tag haben wir bei meinem Bruder in Stralsund vertrödelt. Nach Rücksprache mit unserer Umzugsfirma, war klar, dass wir auf der selben Fähre sein werden. Ich hatte schon von Deutschland per email versucht Lotta unsere Ankunft anzukündigen. Leider kam keine Reaktion auf meine Mail. Jetzt habe ich ihr und ihrem Bruder eine SMS geschickt und wieder keine Antwort erhalten. Da wir sicher gehen wollten, dass wir Platz für alle unsere Kartons haben, habe ich versucht sie anzurufen. Wieder Fehlanzeige! Über ihren Bruder habe ich dann endlich die Nachricht platzieren können. Die Vorstellung wir kommen am Haus an und nichts ist vorbereitet...
Gegen 22 Uhr erreichten wir Trelleborg. Zu unserem Glück hat der LKW hier erst mal Pause gemacht und wir hatten die Nacht um Vorsprung herauszufahren.
Am 29. Dezember um 5 Uhr 15 Ankunft in Björkhyddan. Lotta war gerade zu Bett gegangen. Sie hatte die ganze Nacht geräumt. Die Zimmer waren also so gut wie leer. Ihr Bruder Mike ist für uns aufgestanden und so haben wir nach einem kleinen Frühstück gemeinsam das Auto und unseren Anhänger entladen. Im Haus ist es nicht sehr warm und wie wir nun erfahren ist alles Holz aufgebraucht. Wir haben nicht ein einziges Stück Holz zum heizen. Auch die Einfahrt war voller Schnee, hier wurde nichts geräumt! Da heißt es ruhig bleiben und selbst Hand anlegen. Bis der LKW um 16 Uhr eintraf, hatten wir alles soweit vorbereitet. Die Einfahrt war von Schnee geräumt und die Plätze für die Kartons vorbereitet. Ein kleiner Kaffee für die beiden Umzugsleute und dann ging es ans auspacken. Ca. 200 Kartons wurden entladen. Mike hat uns toll geholfen. Gegen 18 Uhr war alles drin und auf den Listen abgehakt. Ok noch schnell ein Abendbrot vorbereitet und um 19 Uhr ist der LKW vom Hof gefahren. Jetzt mußte Fred mit Lotta noch das Holz holen, was sie schon vorabgesprochen hatte. Mit dem Anhänger wurde ca. 1 m³ geholt und nun konnte auch geheizt werden.
Am 30. Dezember kamen dann gegen Mittag ca. 14 m³ Holz und wurden vor dem Haus in den Schnee geschüttet. Der Fahrer wollte Bargeld sehen, worauf wir nicht vorbereitet waren. Wir fuhren also nach Gamleby Geld holen und gleich weiter nach Västervik die Reifen beanstanden und einkaufen. Beim ICA Supermarkt geht dann auch noch die Fahrertür kaputt und läßt sich nicht mehr öffnen. Zurück in Björkhyddan, schaffen wir noch alles Holz in den Keller, da viel Schnee angesagt ist.

Am 31.12. war noch bis 17 Uhr auspacken angesagt.
Wir "wohnen" zu der Zeit mit Lotta, ihrem Bruder Mike und der Tochter Ronja zusammen. Unsere Tagesabläufe und Vorstellungen vom Leben sind sehr unterschiedlich, so dass es ein Wunder ist, dass wir uns nicht streiten. Da ist außerdem noch eine Deutsche Dogge (die schaut mir fast in die Augen) und vier Katzen. Die Katzen sind es gewöhnt auf dem Tisch zu sitzen, da sie dort in Sicherheit vor dem Hund sind. Könnt ihr euch das vorstellen, was abgeht, wenn die riesen Töle von 1.07 m Schulterhöhe in der Wohnung Jagd auf die Katzen macht? Wir brauchten also viiiiel Geduld in diesen Tagen. Aber irgendwie hat es geklappt. Glücklicher Weise konnte ich mich an den Hund gewöhnen. Am Anfang hatte ich ganz schön zu tun und habe mich ständig hinter Fred versteckt.
17 Uhr 30 fuhren wir zu Harald und Ivonne um Silvester zu feiern und ein wenig Abstand von dem Chaos zu bekommen. Mit etwas Verspätung und fix und fertig sind wir bei Harald und Ivonne angekommen. Ganz gegen unsere Erwartung haben wir bis 3 Uhr morgens ausgehalten und einen netten Silvesterabend verbracht.
 
Hier mache ich erst mal Schluss! Der Beitrag ist eh schon zu lang und hoffentlich noch unterhaltsam.

14. Februar - Das Jahr des Tigers beginnt

Erst einmal allen die uns in China lesen ein gesundes und erfolgreiches Jahr des Tigers. Haben Donnerstag noch allen geschrieben, die uns eingefallen sind. Hier die Grußkarte für euch, die ihr das chinesische Neujahr feiert.
Schnee Schnee Schnee - so könnte man die Situation zusammenfassen. Das Foto zeigt unseren Garten und das Gartenhaus. Sind gerade wieder vom Dach geklettert, wo wir, ich weiß nicht wieviel, Schnee runter befördert haben. Es ist so viel, dass wir auf unserem Grundstück nicht mehr wissen wohin mit der weißen Pracht. Auch ich arbeite wie ein Mann. Nachts merken wir dann alle unsere Muskeln und die harte Arbeit fordert ihren Tribut. Trotzdem können wir den Winter noch schön finden! Meine Tante hat mir Bilder geschickt, auf denen wir deutlich erkennen können, dass es uns hier gut geht! Es gibt immer noch mehr und dieser Winter hat an vielen Orten für ordentliches Chaos gesorgt. Wir versuchen den Schaden - der uns durch das kaputte Dach bei Tauwetter droht - so gering wie möglich zu halten. Also immer wieder rauf aufs Flachdach und den Schnee runter geräumt.
Gestern haben wir beim Bauen eine Skandinavienkarte gefunden. Da haben wir noch einmal angesehen welche Strecke wir mit dem Fahrrad zurückgelegt haben. (Geschichte ist hier im Blog zu finden - für die, die neu hier mitlesen) Wir können es manchmal selbst nicht glauben, aber jetzt hilft es oft, besonders mir. Ich würde die harte Arbeit und die Rückschläge, die es so gibt,
ohne diese Erfahrung sicher viel schlechter ertragen.
Björkhyddan nimmt langsam Gestalt an. Gestern hat Fred meine Bilder, die ich zum Thema Vietnam gemalt habe, in der Küche aufgehängt. Es sieht gleich viel wohnlicher aus.
Ja und der Edelstahltisch ist aus der Küche in die Backstube gewandert. Die Backstube wird immer mehr Backstube und ich denke schon in der kommenden Woche das erste Brot backen zu können. Fred hat sich in dem "Sonnenzimmer" (wie wir es nennen wollen, weil dort den ganzen Tag die Sonne rein scheint) erst einmal eine kleine Werkstatt eingerichtet. Er braucht einen warmen Platz um zu arbeiten. Das "Büro" wird auch immer mehr ein Platz zum arbeiten. Noch sind nicht alle Kisten verschwunden, aber immerhin kann ich wieder an unserem "großen" Rechner arbeiten und eben diesen Blog schreiben. Fred baut gerade ein Waschbecken in einem unserer Gästebäder an. Das Bad benutzen wir im Moment, weil ja unseres noch nicht fertig ist. So finden wir genau heraus, was man alles so braucht und richten es entsprechend ein.
Seit Donnerstag sind wir jetzt schon Halbschweden, wie unser Freund Harald meint. Wir waren in Linköpping und haben unsere ID Karten abgeholt. Unsere Reisepässe werden jetzt verstaut und wir nutzen nur noch die schwedische ID. In diesem Zusammenhang haben wir natürlich den Tag in Ikea, Jula und anderen Einrichtungshäusern verbracht. Wir häufen Einrichtungsgegenstände für die Ferienwohnung "Gamla Huset" an und kaufen natürlich viele Sachen zum Bauen. Ich habe diesmal einen Arbeitsanzug, bestehend aus einem Overal, Swetshirt und einer Wattejacke, bekommen. Bild folgt später, muss mich erst umziehen und Fred dazu überreden eine kleine Pause zu machen und mich abzulichten.
Langsam treffen die ersten Rechnungen für das Haus ein. Jetzt begreifen wir erst wie sehr uns die Vorbesitzerin ausgenommen hat. Sie hat ja nach dem Kauf des Hauses noch hier gewohnt, als wir in Deutschland waren. Aber die Elektrorechnung hat sie eben mal schnell auf unseren Namen umgemeldet und sich dann reichlich bedient. In den 15 Tagen im Dezember hat sie mehr Strom verbraucht als wir im ganzen Januar. Bei der Grube möchte sie sogar, dass wir die 11 Monate die sie hier gewohnt hat bezahlen. So nett sie am Anfang war - so schlimm ist es jetzt mit ihr. Wenn man bedenkt, dass sie das Haus preiswerter bekommen hat, weil das Dach undicht und die Grube veraltet ist und wir es somit zu teuer gekauft haben, dann sind die Rechnungen eher pille palle. Aber all das erfahren wir erst jetzt von den Nachbarn, die absolut nicht gut auf sie zu sprechen sind. Dem ganzen Dorf ist sie Geld schuldig geblieben. Wir versuchen zwar wenigsten ein Teil unseres Geldes zurückzubekommen, aber wer so hoch verschuldet ist ... Da ist wohl nicht viel zu holen. Aber egal und gut nun! Wir lieben es hier. Uns gefällt der Ort, die freundlichen Nachbarn und die Möglichkeiten die das Haus und der Standort bieten. Ich habe in der letzten Woche angefangen im Chor zu singen. Das ist verrückt. Ich kann noch nicht viel schwedisch und singe schon im Chor mit. Margareta, unsere Nachberin, geht zusammen mit mir in diesen Chor. Sie hat extra gewechselt. So bekommen wir leichter Kontakt zu den Leuten hier. Sie kennen uns eh alle durch den Zeitungsartikel der schon 3 Tage nach dem wir das Haus gekauft hatten erschienen ist. Aber jetzt greife ich vor. Mache auch Schluß für heute, da ich noch an unserer Startgeschichte schreiben will. Ich ziehe mich schnell um und dann kommt das Foto!

       

Maren repariert unsere Eingangstür                    Maren am Futterhaus
Tja andere kaufen sich ein neues Kleid - ich mir 'ne Arbeitskombi!!!


5. Februar 2010

Wir waren heute den ganzen Tag in Västervik und haben gearbeitet! Wir haben erst mal für Werbung gesorgt und nun müssen wir "nur noch" eine Webseite und den Text für die Annonce kreieren. Dabei ist noch soo viel zu tun. Aber es geht vorwärts und die Eröffnung der Pferdedeckenreinigung steht quasi vor der Tür.
Wir haben wieder den halben Tag in verschiedenen Baumärkten verbracht und viele Sachen, die wir zum Bauen brauchen,
gekauft. Es macht uns immer viel Spaß hilfreiche Orte zu finden, wie die Wiederaufbereitungsstation in Västervik. Da kann man aufbereitete Möbel oder eben auch Kellertüren finden. Danke Margareta für den Tipp. Margareta ist eine der netten Nachbarn. Ihren Mann kennt ihr ja schon - das ist der mit dem Traktor der vor Björkhyddan Schnee schiebt. Wir haben die letzten Tage wieder viel Schnee geschoben. Vorgestern sind wir danach gegen 22 Uhr noch ein Stück spazieren gegangen und haben bei schwarzer Nacht den tollen Sternenhimmel bestaunt. So viele Sterne haben wir lange nicht mehr gesehen. Das war in unserer Zeit in China nie möglich. Die Nacht war so klar und die kalte Luft tat einfach gut. In solchen Momenten sind wir richtig glücklich und die Anstrengung vom Schnee schieben und der Bauerei fällt nicht mehr so ins Gewicht.

Seit ein paar Tagen haben wir einen Futterplatz für die zahlreichen hungrigen Vögel eingerichtet. Fred baut an einem Futterhaus, dass ich gestern gestrichen habe. Leider muss es erst noch trocknen ehe wir es raushängen können. Aber das fehlende Häuschen stört die zahlreichen Gäste nicht. Die Kamera ist platziert und Fred fotografiert zwischen Schornstein abreißen, Waschbecken anbauen und Katze kraulen z.B. den Kleiber beim Nüsse naschen.

Zum Schluß noch ein Bild aus dem hiesigen Märchenbuch



 


So war unser Start - Teil 1


Anfang Oktober haben uns auf Haussuche begeben. Irgendwie war das Umherziehen wunderschön aber nun kribbelt es und wir wollen wieder ein richtiges Zuhause haben. Aber wo suchen und wie soll es aussehen? Wir wollten uns ja eigentlich noch in Süd- und/oder Osteuropa umschauen... Einen Versuch haben wir auch tatsächlich in Polen gemacht. Aber die Stimme im Innern wurde immer lauter - Schweden oder Schweden oder ... Ja wir haben uns für Schweden entschieden. Aber wie soll es aussehen unser Haus? Rot mit weißen Fenstern - ein typisches Schwedenhaus? Ein bißchen Nostalgie mit kleinen Zimmerchen und einer gußeisernen Koch- und Backmaschine in der Küche? Sieht im Internet immer super hübsch aus. Wir entschließen uns nach ein paar Telefonaten nach Bråbo zu fahren und uns ein Häuschen mit Café anzusehen. Wir mieten also ein Auto und düsen für eine Woche nach Schweden. Das Café-Haus ist ein einziger Reinfall. Kein Platz zum Wohnen - das Café selbst war recht nett. Nein das ist es nicht. Leider müssen wir feststellen dass Bilder im Internet und die Wirklichkeit nichts miteinander zu tun haben. Auch sicher nett gemeinte Telefonate sind fern von der Realität und unseren Vorstellungen. Wir suchen verkramft weiter, aber so richtig will nichts gelingen. Im Willys-Supermarkt lernen wir Yvonne und Harald kennen. Sie bieten spontan an, uns zu helfen. Wir wohnen für 2 Tage in der Jugendherberge in Mallila und treffen sie noch einmal und besprechen dabei wie es weiter gehen könnte. Wir müssen zurück nach Deutschland, da das Mietauto sonst zu teuer wird. Aber wir wollen wieder kommen, soviel steht fest. Ab jetzt stehen wir in engem Kontakt mit Harald, der auch fleißig nach einem Haus für uns sucht. Wir schreiben von Deutschland einige Makler an und vereinbaren Besuchstermine für Anfang November. Wir haben uns also von Deutschland aus um ein Haus zur Miete gekümmert und sind am 10. November wieder los nach Schweden. Diesmal wollten wir so ca. einen Monat bleiben und nach einem Haus für uns suchen. Wir haben in Kristdala das Haus von Jon gemietet, der zur Zeit in China ist. Welch ein Zufall - er ist in Guangzhou unserer alten Chinaheimat. (Das Haus steht zur Zeit leer - also wer es mieten möchte sollte sich bei uns melden, wir können es nur empfehlen und vermitteln gern den Kontakt zu Jon)

Der Plan war, dass wir in diesem Monatunser Haus finden. Das war harte Arbeit! Wir haben uns 17 Häuserangesehen und viele Ideen für eine künftige Selbstständigkeiten entworfen. Ein Beispiel ist diese Gaststätte hier in Finnaryd wo wir lange Feuer und Flamme waren. Die Gaststätte ist echt richtig schön und auch der Küchenbereich entspricht dem was wir uns gut vorstellen können. Selbst das Konzept könnten wir übernehmen. Die Leute sind nett und bieten uns sogar eine Einarbeitungszeit an. Nur eines passt wieder nicht. Wo sollen wir wohnen? In der oberen Etage sind Zimmer zum Vermieten. Die Wohnung wurde entsprechend umgebaut. Schade - aber wir entscheiden uns dagegen.
 
 
Fred hat mal eben so zwischendurch ein Dach repariert und so das erste Geld in Schweden verdient. Toll denken wir wenn das so weiter geht. Wir wecken fleißig Apfelmus ein. In den Gärten hängen immer noch die Apfelbäume voll. Das können wir nicht verstehen aber auch Jon sagt, dass er sie ja nicht alle essen kann. Also wecken wir sie ein. So das soll es für heute gewesen sein. 

Angekommen in Schweden


Die Zeit vergeht und das neue Jahr ist schon wieder einen Monat alt. Für alle die sich schon gefragt haben - Wo sind die beiden wohl jetzt und was treiben sie so? - hier ein update. Wir sind in Schweden und graben gerade unser Haus aus - wie man unschwer erkennen kann.

Ja das stimmt nicht ganz, aber richtig ist, das wir hier auf dem Dach unseres Hauses sind und es von Schnee befreien. Es ist ein schöner aber auch harter Winter, wie wir ihn wohl lange nicht hatten. Aber wir stimmen nicht ein in die allgemeine Katastrophenstimmung. Wir genießen den Winter mit seinen kalten Nächten und Tagen, mit dem glitzernen Schnee und auch den Schneemassen. Ja wirklich so hart die Arbeit manchmal auch sein mag - es ist schön sie zu tun.


70 cm liegen nun schon auf dem Dach! Aber ihr könnt sehen, wir kommen ins schwitzen! Ja vorgestern hatten wir die bisher kälteste Nacht mit - 23,5 °C. Es war eine wunderbar klare Nacht und der Mond hat in seiner vollen Pracht die Nacht zum Tag gemacht. Es war so hell, dass wir nach draußen mußten um dieses schöne Licht anzusehen. Auch gestern abend konnten wir uns, nach dem wir unser Schlafzimmer eingerichtet hatten, an dem schönen Licht erfreuen. Ja wir haben nun unser Schlafzimmer bezogen. Am Haus gibt es noch viel zu tun. Aber die Geschichte ist zu lang und ich kann sie heute nicht aufschreiben. Neben mir liegt eine Liste über vier A4 Seiten mit Pech und Pannen. Der Start in Schweden war nach allem was wir erlebt haben ein sehr harter und zwischenzeitlich sah es so aus, als wollte uns Björkhyddan (das ist der Name unseres Hauses) nicht haben. Es wird hier von Zeit zu Zeit einen Eintrag geben den ich "So war unser Start" nenne. Da könnt ihr lesen, wie es uns ergangen ist. Eines möchte ich noch vorweg nehmen. Jetzt geht es uns gut und wir haben all die Zeit nie gezweifelt. Die Entscheidung war richtig, wir fühlen uns wohl in Björkhyddan.
Hier noch ein Bild vom Dach unseres Hauses aufgenommen. Das ist der Schornstein unseres Nebengelasses.



Und dann möchte ich auch noch unsere Katze vorstellen. Smulor (übersetzt Krümel) wohnt schon lange in diesem Haus und ist eine wirklich hübsche und eine richtige Hofkatze. Sie fängt selbst im Winter Mäuse und präsentiert sie uns stolz. Wir haben uns schon sehr an sie gewöhnt und sie wohl auch an uns.


Die Gemeinde Rumma ist sehr klein und die Nachbarn helfen sich gegeseitig. Das gefällt uns sehr und so versuchen wir auch unseren Teil dazu beizutragen. Als der Trecker von Kalle in den Straßengraben gerutscht war hat Fred geholfen ihn wieder raus zuholen. Hier ein Bild von einem anderen Nachbarn der immer wenn er den Platz um die Briefkästen vom Schnee befreit, fragen kommt ob wir vielleicht Hilfe brauchen.



Noch ein letztes Foto! Das ist Björkhyddan unser neues Heim aber auch Wirkungsstätte, denn wir werden hier auch arbeiten. Wir machen schon bald ein Bed & Breakfast auf und auch eine Pferdedeckenreinigung und -reparatur. Das alles ist sehr spannend und wir sind gerade dabei zu erfahren wie man in Schweden eine Firma aufmachen kann. Noch müssen wir viel lernen und nicht nur die Sprache.




Nachtrag zur Auswertung

Hallo meine  Lieben!
Wie der aufmerksame Leser sicher schon festgestellt hat, stimmt die Karte, die ich mit Google Maps erstellt habe nicht wirklich. Man kann hier keine Fähren eingeben und auch nur eine begrenzte Anzahl von Orten. Versprechen möchte ich es ja nicht gerade, aber ich gebe mir Mühe noch eine Karte nachzureichen. Wer weiß denn ein geeignetes Programm dafür? Sicher gibt es das im Internet. Im Moment habe ich zwar keine Zeit, aber ... wird schon!

Dann bleibt schön gesund!

Maren & Fred

Auswertung

Auswertung:

Um euch eine kleine Vorstellung zu vermitteln welche Kosten so entstanden sind und wie sich Fahr- und Ruhetage zusammensetzen habe ich mal ein wenig zusammengestellt. Ich habe unsere Tour in den Abschnitt zum Nordkap und vom Nordkap geteilt. Aber seht selbst was man alles Auswerten kann.

 zum Nodkap
 vom Nordkap     
Gesamtauswertung
Tage
 72 / 14
 88 / 22
 160 / 36
 Fahrtage 60 / 7 59 / 8
 119 / 15
 Ruhetage 12 / 7
 26 / 12
 38 / 19
 mit Verkehrsmittel
 0 3 / 2
 3
 gefahrene Kilometer     
 3436,5 / 477 2771,5 / 517
 6208 / 994
 gefahrene Zeit
 245:38 / 33:43     
 192:50 / 34
 438:28 / 67:43
 

Die Tage und Kilometer nach den Schrägstrichen sind in Deutschland, wo wir ja Verwandte besucht haben und somit mehr Ruhetage. Die Zeit vom 1. Mai (Ankunft in Schweden) bis 27. Juni (Ankunft am Nordkap) war mit Abstand die härteste Zeit.
Für Essen haben wir durchschnittlich 10 € pro Tag bezahlt. Wobei die Zahl in Norwegen 15,50 € und in Schweden 11,50 € pro Tag beträgt. Zum Nordkap kommen noch ab und zu eine Übernachtung auf dem Zeltplatz oder in einem Hostel vor, was einen Betrag von 228 € ausmacht, nach dem Nordkapwaren wir nur zweimal auf dem Zeltplatz für 39 €. Auch interessant ist, dass wir zum Nordkap nur einmal ein Verkehrsmittel benutzt haben, die Fähre von Saßnitz nach Trelleborg für 26 €. Ab dem Nordkap hat sich das geändert. Wir haben 1097 € für Transportmittel ausgegeben.

Vielen Dank allen Lesern! Anbei noch eine grobe Übersichtskarte, damit ihr wißt wo wir uns rumgetrieben haben.



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Bernau - Fürstenwalde

21.09.2009

Bernau - Altlandsberg - Rüdersdorf - Spreenhagen - Markgrafpieske

Entfernung: 60 km – Zeit: 3 Stunden 23 Minuten

Wir hatten ein paar schöne und auch arbeitsreiche Tage in Bernau. Ich habe mich nach fast 5 Monaten erstmals wieder auf die Wage gestellt. 12 kg habe ich in Skandinavien gelassen - ein schöner Nebeneffekt. Mein neues Körpergefühl ist großartig und das macht mich stolz und glücklich. Fred hat am 18. die Strecke Bernau - Markgrafpieske schon mal getestet und ein paar Sachen rüber gebracht. Heute geht es wieder los. 9 Uhr 30 starten wir und es ist schön mal wieder im Sattel zu sitzen. Ich genieße es von der ersten Minute an. Wir haben ca. 60 km vor uns. Unterwegs stoppeln wir Kartoffeln und machen eine kurze Pause um ein Brötchen und einen Apfel zu essen. Die Sonne scheint und wir fühlen noch einmal die Freiheit, die wir so lieben. Gut gelaunt kommen wir gegen 14 Uhr in Markgrafpieske an, wo wir genau vor fünf Monaten los gefahren sind. Eine schöne Zeit geht zu ende. Wir haben nun noch 12 km nach Fürstenwalde unserem Startpunkt.

23.09.2009

Markgrafpieske - Fürstenwalde

Entfernung: 12 km – Zeit: 45 Minuten

Nun ist es soweit. Nach dem Mittag fahren wir unsere letzten Kilometer. Gestern habe ich schon bemerkt, dass die Entfernungen, in der mir vertrauten Umgebung, wohl in den letzten fünf Monaten geschrumft sind. Wir waren in Bad Saarow und Reichenwalde. Das Fahrrad kennt noch den Weg und kommt so schnell von einem Ort zum anderen. Auch der Weg heute nach Fürstenwalde ist zu ende bevor ich richtig warm geworden bin. Das ist nun die letzte Etappe auf dieser Tour. Sie ist zu ende. Schade! Wir haben es auf 6240 km gebracht. Was für eine Tour. Hätte mir das jemand vor der Tour gesagt, wäre ich vielleicht gar nicht aufs Fahrrad gestiegen. Nun da sie vorbei ist, bin ich unendlich dankbar, dass die Dinge entstehen und langsam wachsen konnten. Schon jetzt planen wir unsere nächste Tour und freuen uns auf neue Erlebnisse. Auch wenn sich unsere Berichte, geschrieben am Abend nach einer anstrengenden Tour, vielleicht anhören als währe es die reinste Qual gewesen, habe ich doch mehr und mehr Freude am Fahren gehabt. Wenn ich dann abends in meine Wohlfühlklamotten gestiegen bin, ging es mir gut und ich war stolz auf die bewältigten Kilometer. Ich habe auf der Tour nicht nur 12 kg verloren sondern auch ein ganz neues Körpergefühl gewonnen und merke auch eine mentale Veränderung. Irgendwie erscheint mir alles viel leichter, so als könnte mich nichts mehr erschüttern. Insgesamt können wir sagen, dass es eine großartige Erfahrung war diese Strecke mit dem Fahrrad zurückzulegen. Das trifft auch für Fred zu der beim Erzählen immer ins Schwärmen kommt. Die gemachten Erlebnisse werden uns unser ganzen weiteres Leben begleiten und sich sicher in so mancher Handlung wiederspiegeln. Wir sehen Dinge heute anders als noch vor der Reise. Es bleibt spannend, denn nun sind wir auf der Suche nach einem neuen Standort.